Warum Warmwasser separat rechnen?

Die Wärmepumpe muss für Trinkwarmwasser meist einen höheren Temperaturhub bereitstellen als für eine gut eingestellte Flächenheizung. Höhere Temperaturen verschlechtern typischerweise die Effizienz. Deshalb ist es für Verbrauchsanalysen sinnvoll, Raumheizung und Warmwasser nicht in einer einzigen pauschalen JAZ zu verstecken.

Rechenweg

Der thermische Bedarf ergibt sich aus Wassermenge × Temperaturdifferenz × Wärmekapazität des Wassers. Danach werden die eingegebenen Speicher- und Verteilverluste ergänzt. Der Wärmepumpenanteil wird durch die gewählte Leistungszahl geteilt; ein elektrischer Heizstab wird mit einem Wirkungsgrad von näherungsweise 1 als direkter Stromverbrauch behandelt.

Warmwasser-Leistungszahl nicht aus dem Datenblatt übernehmen

Ein COP bei einem definierten Prüfpunkt oder die Heizungs-JAZ ist nicht automatisch der richtige Wert für die Warmwasserbereitung. Reale Werte hängen von Quellentemperatur, Solltemperatur, Speicher, Ladezyklen, Hydraulik und Heizstab-Einsatz ab. Für bestehende Anlagen sind getrennte Messwerte besonders wertvoll.

JAZ, COP und SCOP unterscheiden →

Hygiene nicht gegen Effizienz ausspielen

Trinkwasserhygiene und Effizienz stehen bei Wärmepumpen teilweise in einem Zielkonflikt. Die erforderliche Betriebsweise hängt vom konkreten Trinkwarmwassersystem ab. Deshalb ist die Temperatur im Rechner eine Rechengröße und ausdrücklich keine Empfehlung, einen Speicher eigenständig auf einen bestimmten Wert abzusenken.

Warmwasser, Speicher und Legionellen-Risiko einordnen →

Heizstab sichtbar machen

Schon ein kleiner Anteil direkt-elektrischer Nachheizung kann den Strombedarf merklich erhöhen. Wer eine bestehende Anlage analysiert, sollte deshalb nicht nur Gesamtstrom und Wärmemenge betrachten, sondern nach Möglichkeit auch Heizstab-Betriebsstunden beziehungsweise dessen Energieanteil dokumentieren.