Wallbox-Leistung aus Fahrprofil und Standzeit ableiten
Statt nur die maximale kW-Zahl zu vergleichen, rechnet dieses Tool aus, wie viel Energie Sie täglich nachladen müssen und wie viel Zeit dafür zu Hause bleibt.
Eine 22-kW-Wallbox bringt diesem Fahrzeug beim AC-Laden keinen Geschwindigkeitsvorteil.
Der AC-Onboard-Lader begrenzt auf 11 kW und die tägliche Nachladeenergie passt trotzdem in Ihr Standzeitfenster.
Der Rechner bewertet nur Energiebedarf und Ladefenster. Netzanschluss, Leitungsweg, Schutztechnik, Lastmanagement, §14a und die Zustimmungspflicht des Netzbetreibers müssen separat geprüft werden. Maßgeblich ist immer die niedrigere Ladegrenze aus Fahrzeug, Wallbox und Elektroinstallation.
Für viele Eigenheime sind 11 kW bereits ausreichend
Eine 11-kW-Wallbox lädt dreiphasig mit bis zu 16 A je Phase. Entscheidend ist aber der AC-Onboard-Lader des Fahrzeugs: Kann das Auto selbst nur 11 kW aufnehmen, wird es an einer 22-kW-Wallbox nicht schneller laden.
Bei langen Standzeiten über Nacht ist meist die täglich nachzuladende Energie wichtiger als die theoretische Maximalleistung. Genau deshalb rechnet das Tool mit Fahrstrecke, Verbrauch und verfügbarem Ladefenster.
Wann 22 kW einen echten Vorteil bringen können
22 kW können sinnvoll werden, wenn das Fahrzeug 22 kW AC unterstützt und gleichzeitig kurze Ladefenster, hohe tägliche Fahrleistungen oder besondere Nutzungssituationen bestehen. Auch dann sollten Hausanschluss, Leitungsweg, Schutztechnik und Lastmanagement vor dem Kauf geprüft werden.
Anmeldung, Zustimmung und §14a in Deutschland
Nach Angaben der Bundesnetzagentur müssen Ladeeinrichtungen vor ihrer Inbetriebnahme beim zuständigen Netzbetreiber angemeldet werden. Überschreitet die Leistungsinanspruchnahme 12 kVA beziehungsweise 11 kW, ist zusätzlich die vorherige Zustimmung des Netzbetreibers erforderlich.
Für neu in Betrieb genommene Wallboxen mit mehr als 4,2 kW in der Niederspannung greift seit 1. Januar 2024 außerdem das Regelwerk zu steuerbaren Verbrauchseinrichtungen nach §14a EnWG. Die konkrete Umsetzung erfolgt mit dem zuständigen Netzbetreiber und Elektrofachbetrieb.
Bundesnetzagentur: Netzanschluss & Ladeeinrichtungen →
Bundesnetzagentur: FAQ Wallbox & §14a →
Hausanschluss wichtiger als die Wallbox-Zahl
Wärmepumpe, Durchlauferhitzer, Kochfeld, Speicher und Wallbox können zeitgleich Leistung anfordern. Eine 22-kW-Wallbox kann deshalb zusätzliche Anforderungen an Hausanschluss und Leitungsdimensionierung auslösen. Dynamisches Lastmanagement kann Leistung zwischen Verbrauchern begrenzen oder verteilen, ersetzt aber keine fachgerechte Anschlussprüfung.
11 kW oder 22 kW: sinnvolle Entscheidungsreihenfolge
- Maximale AC-Ladeleistung des Fahrzeugs prüfen.
- Tägliche Fahrleistung und realen Verbrauch erfassen.
- Typisches Ladefenster zu Hause bestimmen.
- Mit dem Rechner prüfen, ob 11 kW die tägliche Energie rechtzeitig nachlädt.
- Hausanschluss, Leitung und weitere Großverbraucher fachlich bewerten lassen.
- Netzbetreiberprozess, §14a und Lastmanagement im Angebot ausweisen lassen.