Warum vereist eine Luft/Wasser-Wärmepumpe?

Der Verdampfer entzieht der Außenluft Wärme. Dabei kann seine Oberfläche kälter als die Umgebung werden. Bei niedrigen Temperaturen und hoher Luftfeuchte schlägt sich Wasser nieder und gefriert. Der Bundesverband Wärmepumpe beschreibt Eisbildung am Verdampfer bei niedrigen Außentemperaturen als normalen Betriebszustand, der bedarfsgerecht abgetaut wird.

BWP: Kann eine Wärmepumpe bei Außenaufstellung einfrieren? →

Was passiert beim Abtauen?

Während des Abtauvorgangs wird Wärme genutzt, um die Eisschicht am Verdampfer zu lösen. Das entstehende Wasser muss anschließend über Kondensatwanne und Ablauf sicher abgeführt werden. Ein Abtauvorgang ist deshalb nicht automatisch ein Fehler und kann kurzfristig den normalen Heizbetrieb verändern.

Wann sollte man genauer hinsehen?

  • Der Verdampfer bleibt über längere Zeit massiv vereist.
  • Eis blockiert Ansaug- oder Ausblasbereich.
  • Unter dem Gerät bildet sich eine große unkontrollierte Eisfläche.
  • Kondensat steht in der Wanne oder läuft an ungewöhnlichen Stellen aus.
  • Die Heizleistung sinkt auffällig oder Störungen treten wiederholt auf.
  • Der Ventilator oder andere Bauteile können durch Eis beeinträchtigt werden.

Kondensatablauf ist Teil der Anlagenplanung

Beim Abtauen können relevante Wassermengen entstehen. Der Ablauf sollte deshalb nach Herstellervorgabe ausgeführt sein und darf keine Wege oder Flächen gefährden, auf denen das Wasser anschließend gefrieren kann. BWP empfiehlt bei Luft/Wasser- Wärmepumpen, Kondensatwanne und Kondensatablauf regelmäßig auf Verschmutzung oder Verstopfung zu prüfen.

BWP: Wartung von Luft/Wasser-Wärmepumpen →

Luftwege freihalten

Laub, Schnee, Pflanzen oder bauliche Hindernisse dürfen Ansaug- und Ausblasbereich nicht dauerhaft blockieren. Verbraucherzentrale weist außerdem darauf hin, dass ungünstige Aufstellung zu Wiederansaugung der bereits abgekühlten Ausblasluft führen und damit die Effizienz verschlechtern kann.

Verbraucherzentrale: Betrieb und Aufstellung →

Nicht selbst am Kältekreis oder Abtauprogramm experimentieren

Sichtkontrolle und das Freihalten des Umfelds sind etwas anderes als Eingriffe in Kältekreis, elektrische Komponenten oder herstellerspezifische Abtauparameter. Wiederkehrende starke Vereisung, blockierter Ablauf oder Störmeldungen sollten vom Fachbetrieb mit Blick auf Sensorik, Luftstrom, Kondensatführung und Betriebsdaten geprüft werden.

Abtauung zusammen mit Betriebsdaten beurteilen

Bei auffälligem Verhalten helfen Verdichterstarts, Laufzeiten, Außentemperatur, Vorlauf, Rücklauf und Stromverbrauch. So lässt sich besser unterscheiden, ob das Verhalten nur zu einer feuchten Wetterphase gehört oder gleichzeitig Taktung, Heizkurve oder Effizienz auffällig sind.

Verdichterstarts und Taktung prüfen → · Betriebs-JAZ berechnen →