Was bedeutet DC/AC-Verhältnis?

Die Modulfläche liefert Gleichstrom und wird mit ihrer installierten Leistung in kWp beschrieben. Der Wechselrichter begrenzt die elektrische AC-Leistung, die er maximal in Hausnetz und Netzanschlusspunkt abgeben kann. Liegt die Modul-Nennleistung über der AC-Leistung, spricht man vereinfacht von DC-Überbelegung beziehungsweise einem kleineren AC/DC-Verhältnis.

Das kann technisch sinnvoll sein, weil Module ihre Nennleistung nur unter definierten Prüfbedingungen erreichen. Dachausrichtung, Temperatur, Einstrahlung, Verschattung und mehrere Dachseiten verändern die gleichzeitig anliegende Leistung deutlich.

Eigenes DC/AC-Verhältnis und Spitzen-Szenario rechnen →

Was ist Clipping?

Clipping entsteht, wenn die verfügbare DC-Leistung oberhalb dessen liegt, was der Wechselrichter auf der AC-Seite verarbeiten kann. Die Leistungskurve wird dann an der AC-Grenze abgeschnitten. Entscheidend ist nicht, ob Clipping irgendwann auftritt, sondern wie viele Kilowattstunden dadurch über ein Jahr verloren gehen.

Wenige kurze Leistungsspitzen können wirtschaftlich weniger relevant sein als ein größerer und teurerer Wechselrichter, der über weite Teile des Jahres kaum ausgelastet ist. Häufiges, langes Clipping kann dagegen auf eine ungünstige Dimensionierung oder eine geänderte Anlage hinweisen.

Warum Ost-West-Dächer anders aussehen als reine Süddächer

Bei zwei unterschiedlich ausgerichteten Dachflächen erreichen die Modulfelder ihre Spitzen oft nicht gleichzeitig. Dadurch kann die Summe der installierten DC-Leistung deutlich über der momentanen gemeinsamen Leistung liegen. Genau deshalb darf die Wechselrichtergröße nicht nur aus der Addition der Modul-Wattzahlen abgeleitet werden.

Ausrichtung und Dachneigung modellieren →

MPP-Tracker, Spannung und Strom sind harte Grenzen

Eine sinnvolle AC-Leistung reicht allein nicht. Stringspannung, maximaler Eingangsstrom, Kurzschlussstrom, MPP-Spannungsbereich und die Anzahl unabhängiger MPP-Tracker müssen zur konkreten Modulbelegung passen. Unterschiedliche Dachseiten oder starke Verschattung können zusätzliche Tracker oder eine andere Stringaufteilung erfordern.

Strings, Schattenmanagement und Optimierer prüfen →

Speicher und Eigenverbrauch verändern die Einspeisespitze

Bei Hybridanlagen kann ein Teil der PV-Leistung in den Batteriespeicher oder direkt in Verbraucher fließen. Die maximale Einspeisung am Netzanschlusspunkt ist deshalb nicht automatisch identisch mit der momentanen PV-Erzeugung. Für die Dimensionierung muss die konkrete Systemarchitektur betrachtet werden.

Stromspeicher als System planen →

Clipping ist nicht dasselbe wie die 60-%-Einspeisebegrenzung

Technisches Clipping entsteht innerhalb der Wechselrichterauslegung. Die 60-%-Regel nach § 9 EEG begrenzt dagegen unter bestimmten Voraussetzungen die maximale Wirkleistungseinspeisung am Verknüpfungspunkt mit dem öffentlichen Netz. Eine Anlage kann also einen ausreichend großen Wechselrichter haben und trotzdem am Netzanschlusspunkt begrenzt sein.

60-%-Regel 2026 im Detail →

Was im PV-Angebot stehen sollte

  1. installierte DC-Leistung der Module in kWp,
  2. exaktes Wechselrichtermodell und AC-Nennleistung,
  3. zulässige DC-Leistung, Strom- und Spannungsgrenzen,
  4. Stringplan und Zuordnung zu den MPP-Trackern,
  5. erwartete jährliche Clipping-Verluste aus der Planung,
  6. Umsetzung einer möglichen Einspeisebegrenzung am Netzanschlusspunkt,
  7. Speicher- und Erweiterungsreserve, falls später ein Batteriesystem geplant ist.

Wenn der Ertrag zu niedrig wirkt

Ein flaches Leistungsplateau an sonnigen Tagen kann Clipping oder eine konfigurierte Einspeisebegrenzung zeigen. Es kann aber auch andere Ursachen geben. Vor einer Bewertung sollten Wetter, Wechselrichterstatus, Stringwerte, Hausverbrauch und mögliche Regelgrenzen gemeinsam betrachtet werden.

PV-Ertrag systematisch prüfen →

Quellen

Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland →

§ 9 EEG 2023: Technische Vorgaben →