Einfache Formel für die erste Planung

Als grobe Planungsannahme verwenden wir 4,8 bis 6 Quadratmeter nutzbare Dachfläche pro kWp. Für 10 kWp ergibt sich damit beispielsweise ein erster Korridor von ungefähr 48 bis 60 m². Diese Zahl ersetzt keine konkrete Modulbelegung, hilft aber dabei, unrealistische Größen früh auszusortieren.

Typische Größen im Flächenvergleich

PV-LeistungDachfläche grob
5 kWp24–30 m²
8 kWp38–48 m²
10 kWp48–60 m²
12 kWp58–72 m²
15 kWp72–90 m²
20 kWp96–120 m²

Warum Brutto-Dachfläche nicht gleich PV-Fläche ist

Gauben, Dachfenster, Schornsteine, Lüfter, Sicherheitsabstände und ungünstig geschnittene Restflächen reduzieren die tatsächlich belegbare Fläche. Auch Schatten durch Bäume oder Nachbargebäude kann dazu führen, dass ein Teil des Daches technisch vorhanden, energetisch aber weniger attraktiv ist.

Dachzustand gehört vor die Belegungsplanung

Eine rechnerisch große Dachfläche ist wenig hilfreich, wenn die Dachhaut in wenigen Jahren saniert werden muss. Vor einer langfristigen PV-Montage sollten deshalb Restlebensdauer, Abdichtung und bei Bedarf Tragfähigkeit fachlich geprüft werden. Bei alten Faserzementplatten muss außerdem ein möglicher Asbestverdacht geklärt werden, bevor Montagearbeiten geplant werden.

Dachsanierung vor PV: Dachhaut, Statik und Asbestverdacht prüfen →

Welche Rolle spielen Modulformat und Modulleistung?

Moderne Module unterscheiden sich in Abmessungen und Leistung. Ein höherer Modulwirkungsgrad ermöglicht auf derselben Fläche mehr kWp, beseitigt aber keine geometrischen Einschränkungen. Auf knappen Dächern entscheidet häufig, ob im Hoch- oder Querformat noch eine zusätzliche Reihe oder Spalte passt.

Portrait und Landscape mit konkreten Modulmaßen vergleichen →

Süd oder Ost-West?

Nicht nur Süddächer sind interessant. Ost-West-Flächen können den Ertrag über einen längeren Teil des Tages verteilen und dadurch gut zum Eigenverbrauch passen. Bei mehreren Dachseiten sollte deshalb nicht nur der maximale Jahresertrag, sondern auch das zeitliche Erzeugungsprofil betrachtet werden.

Sollte ich die geeignete Fläche möglichst voll belegen?

Häufig lohnt es sich, mehrere Belegungsvarianten zu vergleichen. Fixkosten wie Planung, Gerüst und Teile der Elektroarbeiten wachsen nicht proportional mit jedem zusätzlichen Modul. Eine größere Anlage kann deshalb günstiger pro kWp werden, auch wenn mehr Strom eingespeist wird.

Dach-Check vor dem Angebot

  1. Dachseiten und grobe Maße erfassen.
  2. Gauben, Fenster und Schornsteine einzeichnen.
  3. Verschattung und angrenzende Hindernisse prüfen.
  4. Dachzustand, Restlebensdauer und geplante Sanierungen berücksichtigen.
  5. Bei alten Faserzementplatten einen möglichen Asbestverdacht fachlich klären.
  6. Mit realen Modulmaßen mehrere Rastervarianten vergleichen.