Welche PV-Größe passt zum Haus?

Die sinnvolle Anlagengröße ergibt sich aus nutzbarer Dachfläche, Modulformat, Ausrichtung, Verschattung, Haushaltsverbrauch und zukünftigen Verbrauchern wie Wärmepumpe, Wallbox oder Speicher. Eine Anlage nur auf den heutigen Stromverbrauch zu begrenzen kann zu kurz gedacht sein.

Dachzustand, Dachart, Modulraster, Ausrichtung und Verschattung

Bevor Module für Jahrzehnte montiert werden, sollte die Dachhaut fachlich geprüft werden. Ist eine Dachsanierung ohnehin in wenigen Jahren absehbar, kann es sinnvoller sein, sie vor der PV-Montage umzusetzen. Auf einem Flachdach kommen zusätzlich Statik, Dachabdichtung, Aufständerung, Windlast, Ballastierung und Entwässerung in die Belegungsplanung.

  • Dachzustand und Restlebensdauer prüfen,
  • Dachart und Befestigungskonzept festlegen,
  • nutzbare Fläche und Dachform erfassen,
  • mit konkreten Modulmaßen mehrere Varianten vergleichen,
  • Verschattung über Tag und Jahr prüfen,
  • Stringaufteilung und MPP-Tracker passend zum Dach planen.

Dachsanierung vor PV prüfen → · Flachdach-PV planen → · PV-Modulanzahl und Belegungsraster →

Wechselrichterleistung, Clipping und spätere Erweiterbarkeit

Die Modul-Nennleistung in kWp muss nicht eins zu eins der AC-Leistung des Wechselrichters entsprechen. Eine fachlich geplante DC-Überbelegung kann sinnvoll sein, wenn reale Leistungsspitzen selten gleichzeitig auftreten. Bei einer späteren Erweiterung zählen zusätzlich freie MPP-Tracker, zulässige DC-Spannungen und -Ströme sowie die Stringauslegung.

Neue Module auf einer weiteren Dachseite sollten nicht allein deshalb an den alten Wechselrichter angeschlossen werden, weil dessen AC-Nennleistung größer erscheint. Die Herstellergrenzen und das konkrete MPP-/Stringkonzept müssen passen.

Wechselrichter, DC/AC & Clipping → · PV-Anlage erweitern →

Inbetriebnahme sauber übergeben – danach Ertrag kontrollieren

Bevor die Betriebsphase beginnt, sollten Inbetriebsetzungs- und Prüfunterlagen, aktueller Schaltplan, Seriennummern, Monitoring-Zugang sowie Netzbetreiber- und MaStR-Nachweise vollständig beim Eigentümer liegen. Diese Unterlagen bilden später die Referenz für Garantie, Service, Umbauten, Erweiterungen und einen möglichen Hausverkauf.

Nach einem Modul-Zubau müssen Schaltplan, String-/MPP-Dokumentation, Monitoring und MaStR-Unterlagen erneut aktualisiert werden. So bleibt erkennbar, welcher Anlagenteil wann in Betrieb ging und wie er technisch eingebunden ist.

PV-Inbetriebnahme & Übergabe 2026 → · PV-Zubau dokumentieren → · Monitoring & Fehlersuche →

Eigenverbrauch statt nur Jahresertrag

Zwei Haushalte mit gleichem Jahresverbrauch können Solarstrom sehr unterschiedlich nutzen. Deshalb sollte eine PV-Rechnung immer zwischen erzeugtem Strom, direktem Eigenverbrauch, gespeicherter Energie und Einspeisung unterscheiden.

Eigenverbrauch und Autarkie verstehen →

Teileinspeisung oder Volleinspeisung?

Volleinspeisung erhält eine höhere EEG-Vergütung, während Teileinspeisung den Wert des selbst genutzten Solarstroms mitnimmt. Entscheidend ist nicht nur die Vergütung pro Kilowattstunde, sondern auch der tatsächlich vermiedene Netzbezug.

Eigenverbrauch vs Volleinspeisung rechnen →

Was passiert nach 20 Jahren EEG-Förderung?

Das Ende der ursprünglichen Fördervergütung ist nicht automatisch das technische Ende der Anlage. Für ausgeförderte Ü20-PV gilt derzeit eine Anschlussregelung bis Ende 2032. Wer nichts ändert, kann grundsätzlich weiter einspeisen; alternativ kann eine Umstellung auf Eigenverbrauch oder ein Repowering sinnvoll sein.

Vor der wirtschaftlichen Entscheidung sollte die Altanlage fachlich auf Sicherheit und Leistungsfähigkeit geprüft werden. Danach lassen sich Anschlussvergütung, eigener Strompreis, Umbaukosten und ein mögliches Repowering sauber vergleichen.

Ü20-PV-Guide 2026 → · Weiterbetrieb vs Eigenverbrauch rechnen →

Photovoltaik mit Wärmepumpe

Bei einer Wärmepumpe reicht die Jahresbilanz allein nicht. Der höchste Wärmebedarf fällt in Monate mit vergleichsweise wenig PV-Erzeugung. Deshalb sollte die saisonale Überschneidung getrennt betrachtet werden.

PV + Wärmepumpe saisonal rechnen →

Photovoltaik mit Stromspeicher

Ein Speicher kann den Eigenverbrauch erhöhen, ist aber keine Pflichtkomponente jeder PV-Anlage. Seine Kapazität sollte zum Verbrauchsprofil und zur PV-Leistung passen; ein übergroßer Speicher bleibt häufiger ungenutzt und bindet zusätzliches Kapital.

Versicherung und Garantie getrennt prüfen

Vor Installation sollten Wohngebäudeversicherung, Haftpflicht, mögliche Spezialpolice sowie die Deckung von Wechselrichter und Batteriespeicher geprüft und möglichst schriftlich bestätigt werden. Davon getrennt gehören Produktgarantie, Leistungsgarantie und gesetzliche Gewährleistung in die Angebotsprüfung.

PV-Versicherung im Detail prüfen → · Garantie & Gewährleistung prüfen →

Kosten, Finanzierung, Miete/Pacht und Angebote

Beim Angebotsvergleich zählt mehr als der Endpreis. Unterschiede entstehen bei Modulen, Wechselrichter, Unterkonstruktion, Elektroarbeiten, Gerüst, Speicher und Zusatzarbeiten am Zählerschrank. Bei Fremdfinanzierung kommen Kreditrate und Zinskosten hinzu. Miet-/Pachtmodelle müssen dagegen über die gesamte Vertragslaufzeit inklusive Serviceumfang, möglicher Ratenerhöhung und Restkauf gerechnet werden.

Finanzierung rechnen → · Angebote A ↔ B prüfen → · Garantiebedingungen prüfen →

Sinnvolle Reihenfolge bei der Planung

  1. Dachzustand, Dachart, Restlebensdauer und mögliche Sanierungen prüfen.
  2. Dach und mögliche Belegungsfläche erfassen.
  3. Bei Flachdach Statik, Abdichtung, Befestigung/Ballast und Entwässerung klären.
  4. Mit konkreten Modulmaßen ein erstes Raster aufbauen.
  5. Standortbezogenen PV-Ertrag und Verschattung prüfen.
  6. String-/MPP-Konzept und Wechselrichter-Dimensionierung festlegen.
  7. EEG-Einspeisegrenze und Mess-/Steuerkonzept klären.
  8. Eigenverbrauch, Einspeisevariante und Speicher getrennt bewerten.
  9. Förderung, Finanzierung und Miet-/Pachtalternative vor verbindlicher Bestellung prüfen.
  10. Garantiebedingungen, Versicherung und Haftpflicht klären.
  11. Bei Inbetriebnahme vollständige Dokumentation, Monitoring-Zugang und Registrierungsnachweise sichern.
  12. Bei späterer Erweiterung oder Förderende Ü20-Optionen, MaStR und Wirtschaftlichkeit erneut prüfen.