1. Förderung nicht einfach vom Kaufpreis abziehen

Förderquote, förderfähige Kosten und tatsächlich ausgezahlter Zuschuss sind unterschiedliche Größen. Beim iSFP gilt seit Juli 2026 zusätzlich: Der 5-%-Bonus greift erst auf einen Kostenanteil oberhalb der regulären Förderhöchstgrenze. Deshalb sollte zuerst der Zuschuss korrekt modelliert und erst danach die verbleibende Eigeninvestition in die Wirtschaftlichkeitsrechnung übernommen werden.

iSFP-Regeln 2026 verstehen → · iSFP-Förderung rechnen →

2. Strompreis zuerst in seine Bestandteile zerlegen

Für Wirtschaftlichkeitsrechnungen sollte klar sein, welcher Strompreis tatsächlich als vermiedener Netzbezug oder als Betriebskostenannahme verwendet wird. Lieferantenanteil, Netzentgelt, Messstellenbetrieb, Umlagen, Steuern und Grundpreis reagieren nicht auf dieselben Änderungen. Wer einen dynamischen Tarif oder §14a betrachtet, sollte diese Ebenen deshalb nicht in einer einzigen versteckten ct/kWh-Annahme vermischen.

Stromrechnung 2026 verstehen → · Eigene Preisbestandteile rechnen →

3. Stromtarife nicht nur über den Bonus im ersten Jahr vergleichen

Ein Neukundenbonus kann das erste Jahr deutlich günstiger erscheinen lassen, obwohl Arbeitspreis und Grundpreis im Folgejahr höher sind. Für einen belastbaren Angebotsvergleich sollten deshalb erstes Jahr, Folgejahr ohne Einmalbonus und ein gemeinsamer Zeitraum wie 24 Monate getrennt betrachtet werden. Vertragslaufzeit und Preisgarantie bleiben zusätzliche Prüfpunkte.

Stromtarif A ↔ B rechnen → · Anbieterwechsel 2026 verstehen →

4. Investition sauber abgrenzen

Bei einer Wirtschaftlichkeitsrechnung muss klar sein, welche Investition tatsächlich zusätzlich entsteht. Beim Speicher ist das die Zusatzinvestition gegenüber PV ohne Batterie. Beim Heizsystem ist für einen Systemvergleich die Mehrinvestition gegenüber einer realistischen Alternative aussagekräftiger als der gesamte Kaufpreis allein.

5. Kosten je erzeugter Kilowattstunde separat bestimmen

Bei Photovoltaik kann zusätzlich sinnvoll sein, Investition und laufende Kosten über die erwartete Erzeugung der betrachteten Lebensdauer zu verteilen. Die Stromgestehungskosten sind aber noch keine Ersparnis: Sie sagen nicht, welcher Anteil des Solarstroms selbst genutzt oder eingespeist wird.

PV-Stromgestehungskosten berechnen →

6. Eigenverbrauch hat einen Opportunitätswert

Eine gespeicherte oder direkt selbst verbrauchte Kilowattstunde spart Netzbezug, kann aber zugleich nicht eingespeist werden. Deshalb sollte die Einspeisevergütung bei PV- und Speicherrechnungen nicht einfach ignoriert werden. Bei der Frage Teileinspeisung oder Volleinspeisung muss zusätzlich die höhere Volleinspeisevergütung gegen den Wert des vermiedenen Netzbezugs gerechnet werden.

Eigenverbrauch und Volleinspeisung direkt vergleichen →

7. Laufende Heizkosten mit denselben Systemgrenzen rechnen

Strompreis und Gaspreis lassen sich nicht direkt vergleichen, wenn unterschiedliche Energiemengen eingesetzt werden. Erst die benötigte Nutzwärme, JAZ beziehungsweise Kesselwirkungsgrad machen daraus vergleichbare jährliche Betriebskosten.

8. Keine scheinpräzise Energiepreis-Prognose

Langfristige Strom- und Gaspreise sind unsicher. Unsere Rechner verwenden deshalb sichtbare Eingaben des Nutzers statt einer versteckten Preisprognose. Sinnvoll ist, mehrere Szenarien mit höheren und niedrigeren Preisen zu rechnen.

9. Erst danach konkrete Angebote bewerten

Eine gute Modellrechnung ersetzt keinen Angebotscheck. Wenn bei einem günstigeren Angebot Gerüst, Zählerschrank, Hydraulik, Backup-Hardware oder Elektroarbeiten fehlen, ist der Endpreis noch nicht vergleichbar.